Partnergemeinde Karneid​

Umgeben von eindrucksvollen Schluchtenherrlich grünen Tälern und einladenden Weinbergen, liegt nahe der Stadt Bozen in Südtirol der Ort Karneid. Die Landschaft ist abwechslungsreich und ursprünglichDie Menschen pflegen die Tradition und das Brauchtum. Und der Ursprung des Ortes reicht weit zurück bis in die Urgeschichte. Ja, Karneid und Oberperfuss verbindet wohl so einigesUnd die beiden Gemeinden haben sogar eine gemeinsame Geschichte. Diese erzählt vom Vermessen einer Region, von Krankheit und Gedenken an einen MannZugleich ist es eine Geschichte von zwei Bürgermeistern und einer guten Partnerschaft.  

Drei Männer und eine bewegte Geschichte

Es ist das Jahr 1764: Der große Kartograf Peter Anich bekommt von Maria Theresia den Auftrag zur Vermessung des Südtiroler Unterlandes. Natürlich macht sich der Oberperfer auf den Weg und findet sich in den Sümpfen der Etsch wieder. Dort erschweren Stechmücken seine Arbeit und leider auch sein Leben. An Malaria erkrankt, schickt ihn ein Arzt nach Steinegg in der Gemeinde Karneid. Dort soll sich der Oberperfer von seiner schlimmen Krankheit erholen. Leider wird der „Bauernkartograph“ nicht mehr gesund. Er erlebt die Vollendung seines großen „Atlas Tyrolensis“ nicht mehr. Diese erscheint 1774 nach der Fertigstellung durch Anichs Freund und Mitarbeiter Blasius Hueber. 

Viele Jahre vergehen. Durch den ersten Weltkrieg kommt es zur Abtrennung Südtirols. Während des zweiten Weltkrieges sorgt die Umsiedelungspolitik von Mussolini und Hitler für eine Abwanderung vieler Südtiroler ins Deutsche Reich. In den Nachkriegsjahren gibt es erste Bestrebungen für mehr Südtiroler Autonomie. Es kommt dabei immer wieder zu Konflikten und Anschlägen. Diese sollen die „Befreiung“ Südtirols herbeiführen. Einen Ausbau der Autonomie Südtirols bringt schließlich das Zweite Autonomiestatut. Es tritt 1972 in Kraft. Im selben Jahr will Steinegg in Gedenken an den großen Kartografen Peter Anich sein neues Kulturhaus nach ihm benennen. Da man in Karneid ohnehin schon seit längerem auf der Suche nach einer Partnergemeinde ist, sieht man sich auch gleich die Heimat des Kartografen genauer an. Und siehe da: Oberperfuss verfügt über die besten Voraussetzungen. Denn der Ort ähnelt Karneid größenmäßig, wirtschaftlich und auch kulturell. Also schreibt der Obmann des Kulturhauses Hans Mahlknecht einen Brief an den Bürgermeister von Oberperfuss. Von da an nimmt alles seinen Lauf: Bürgermeister Franz Wegscheider gibt grünes Licht für das Partnervorhaben. Die beiden Männer treffen sich und man versteht sich auf Anhieb. Sie tauschen sich aus und Hans Mahlknecht erfährt vom einstimmigen Beschluss des Oberperfer Gemeinderats: Das Kulturhaus von Steinegg soll künftig Peter-Anich-Haus heißen. Bei der Einweihungsfeier am 29. September 1974 ist Franz Wegscheider einer der Ehrengäste. Mit im Gepäck hat er ein besonderes Gemälde von Peter Anich, das von nun an das Kulturhaus schmückt. Immer wieder trifft man sich, zum Beispiel im Gedenkjahr „175 Jahre Freiheitskampf“ 1983. Dabei bekräftigt man die Partnerschaft und will sie ausbauen. Ein Jahr darauf besiegeln die beiden Gemeinden bei einem Festakt offiziell ihre Partnerschaft.

Karneid – Ein Südtiroler Bilderbuchidyll

Die Südtiroler Gemeinde Karneid liegt nahe Bozen inmitten des Rosengarten-Latemar-Gebirgszuges. Knapp 41 km2 umfasst das heutige Gemeindegebiet, das sich auf sechs Orte und einige Weiler verteilt. Schon in vorgeschichtlicher Zeit, sollen sich hier Menschen niedergelassen haben. Heute bietet die Südtiroler Ortschaft einen Lebensraum für rund 3.000 Menschen. Diese profitieren von einer wildromantischen Landschaft mit sonnenreichen Hängen, Wiesen, Weinbergen, Wäldern und lauschigen Bächen. Besonders sehenswert sind die Erdpyramiden von Steinegg und Gummer. Sie gelten als geologische Naturdenkmäler und locken Jahr für Jahr zahlreiche Naturliebhaber in die Südtiroler Gemeinde. Wirtschaftlich gesehen, ist Karneid von der Landwirtschaft geprägt. Hinzu kommen Handwerksbetriebe und Industrie. Natürlich spielt auch der Tourismus eine große Rolle. Eine gute Einnahmequelle, was neben der natürlichen Schönheit vor allem auch dem Charme der Südtiroler zu verdanken ist!

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Wie wäre es vorab mit einem digitalen Spaziergang auf:
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