Oberperfuss – Unser Dorf im Überblick

Nur einen Katzensprung von der Tiroler Landeshauptstadt entfernt, liegt am Fuße des Rangger Köpfels Oberperfuss: Ein Ort voller Charme, mit herrlich frischer Landluft, sattgrünen Wiesen und besonderen Menschen. Stundenlang kann man auf den weitläufigen Wegen, verwinkelten Gassen und entlang der zentralen Straßen des Ortes wandern. Katzen kreuzen schnurrend den Weg. Hennen gackern fröhlich auf den Wiesen. Und hie und da hört man ein zufriedenes Muhen, Meckern und Wiehern. Begegnet man dann auch einem der menschlichen Einwohner, hört man ein freundliches „Grias di“. Und meist verweilt man dann ein wenig und setzt zum „Hoangaschtn“ an. Zum Beispiel über aktuelle Ereignisse oder vergangene Erlebnisse aus dem Dorfleben.

Erste Gäste um die Jahrhundertwende in Oberperfuss - ca. 1910

Geschichte – Von Beginn an lebenswert

Auch wenn heute eine sympathische Mischung aus alten Bauernhöfen und modernen Bauten das Dorfbild von Oberperfuss bestimmt, ist eines gewiss: Oberperfuss kann man mit Fug und Recht als altes Siedlungsgebiet bezeichnen. Das belegen zahlreiche Funde aus der Jungsteinzeit und der Eiszeit. Und auch die alten Römer haben so manche Spur bei uns im Dorf hinterlassen. Diese kann man noch heute im Landesmuseum Ferdinandeum bestaunen. Verschriftlicht taucht der Name erstmals 1083 auf. In diesem Jahr hat der Bischof von Chur dem Kloster Habach in Oberbayern ein Gut zu „Obernperves“ geschenkt. Woher der Name aber genau stammt, ist bis heute ungeklärt. Dass er aber aus vorrömischer Zeit stammt, darüber sind sich die Namensforscher einig.

Im Laufe der Jahrhunderte haben viele adlige Herren das Dorf und seine Güter geprägt. Darunter zum Beispiel die Grafen von Friedberg, Kripp und Piedenegg. Und auch die Kirche ist im Besitz der Güter von Oberperfuss gewesen. Belegt sind beispielsweise die Klöster Wilten, Stams und Chiemsee sowie die Kirchen Hall und Axams.

Politisch hat Oberperfuss vor dem 13. Jahrhundert vermutlich zur Grafschaft Unterinntal gehört. Danach ist die Zuständigkeit beim Gericht Hörtenberg gelegen. Heute gehört Oberperfuss zum Gerichtsbezirk Telfs.

Was Oberperfuss für ein lebenswerter Ort ist, zeigt vor allem die steigende Einwohnerzahl: Rund 300 Bauern, ein paar Handwerker und Lohnarbeiter sind im Inntaler Steuerbuch von 1312 vermerkt. Heute haben bereits über 3.000 Menschen Oberperfuss zu ihrem Lebensort gemacht.

Blick von der Empore - Kirche in Oberperfuss

Kirche – Gelebt und gepflegt

Kirche und Glauben prägen unsere Gemeinde und ihr Dorfleben seit jeher. Lange Zeit gehörte unser Dorf zur Urpfarre Axams. 1663 ging Oberperfuss dann seinen eigenen „Glaubensweg“: Zunächst als eigenständige Kuratei, ab 1891 als Pfarrei. Als Ort der Besinnung und der katholischen Feste ruht inmitten des Ortkerns die Kirche zur Heiligen Margarethe. Der barocke Sakralbau mit seinem mächtigen Turm gilt als religiöses und bauliches Juwel unserer Gemeinde. Geplant und 1733 vollendet, hat das Schmuckstück der Oberperfer Gallus Gratl. Die Fresken im Inneren stammen vom bekannten österreichischen Maler und Stuckateur Franz Altmutter. Der Hauptaltar ist wie die Kirche selbst der Heiligen Margarethe gewidmet. Er zeigt die Schutzpatronin der Bauern bei ihrer Aufnahme in den Himmel.

„Am Berg“ gibt es für Gebete und Heilige Messen die von Franz Haider erbaute St. Josefs-Kirche. Eine schlichte schöne Kirche, die jeden Samstagabend zur katholischen Messe einlädt.

Aber der katholische Glaube wird natürlich nicht nur an diesen Besinnungsorten sichtbar. Im gesamten Oberperfer Ortsgebiet findet er sich in Form von zahlreichen Kapellen und Andachtskreuzen wieder, die stets mit frischen Blumen geschmückt sind.

Abreise nach einem Urlaub in Oberperfuss ca. 1910

Wirtschaft & Politik – Vom Bauerndorf zur Pendlergemeinde

Ganz der bäuerlichen Tradition und Landwirtschaft verschrieben, ist Oberperfuss noch vor 1900: Die Bauern bearbeiten ihre Felder und nutzen auch die Viehhaltung für sich. Somit können sie sich zum Großteil selbst versorgen. Die notwendigen Geräte für die Arbeit und den Haushalt stellen eine Handvoll kleiner Handwerksbetriebe her.

Natürlich findet man auch heute noch zwischen den moderneren Ein- und Mehrfamilien viele Bauernhöfe. Diese sind zum Großteil auch nach wie vor bewirtschaftet. Daneben gibt es rund 40 Betriebe. Für einen Teil davon hat die Gemeinde sogar ein eigenes Gewerbegebiet geschaffen, das man vor zu erweitert. Heute ist Oberperfuss nicht mehr mit dem reinen Bauerdorf voller Selbstversorger von damals zu vergleichen. Mittlerweile ist es ein Dorf der Pendler: Über 90 % der Oberperfer fahren zum Arbeiten nach Innsbruck oder in eine der umliegenden Gemeinden.

Oberperfuss und der Tourismus

„Dort wohnen, wo andere Urlaub machen“, heißt das Motto für die Oberperfer ab dem 19. Jahrhundert. Dabei ist es vor allem der Sommertourismus, der Gäste aus nah und fern nach Oberperfuss lockt. Die „Sommerfrischler“ nützen die besonderen klimatischen Bedingungen, aber auch die Heilquellen im damaligen „Badhaus“. Nach einem Einbruch im Tourismus durch die beiden Weltkriege steigen nach 1945 die Nächtigungen wieder an. Vor allem bis in die 1980er freuen sich Privatvermieter, Landwirte und natürlich die ansässigen Hotelbetriebe über den ständigen Zuwachs an Nächtigungen. Danach nehmen die Zahlen wieder ab. In den letzten Jahren liegt die Zahl der Nächtigungen zwischen rund 45.000 bis 55.000 Nächtigungen pro Jahr. Winter wie Sommer zeigen sich dabei sehr ausgeglichen.

Politik in Oberperfuss

Das politische Geschehen bestimmt in Oberperfuss der Gemeinderat. Die letzten Wahlen fanden am Sonntag, den 28. Februar 2016 statt. Der derzeitige Gemeinderat besteht aus 15 Mitgliedern, die sich in regelmäßigen Abständen für ihre Sitzungen zusammenfinden. Gewählt ist der Gemeinderat für sechs Jahre. Planmäßig steht die nächste Wahl im Februar 2022 an.
Blick von Oberperfuss Berg Richtung Innsbruck

Lage & Verkehr – Gut erreichbar und ruhig gelegen

Auf den Punkt gebracht, muss man sagen: Oberperfuss liegt perfekt! Zumindest für all jene, die die Nähe zur Stadt schätzen, aber die frische Luft und Natur lieben. Nur 20 Kilometer ist Oberperfuss von der Landeshauptstadt Innsbruck entfernt. Ein Katzensprung, den man am besten über die Landesstraße und die Autobahn bewältigt. Wer den öffentlichen Verkehr nutzt, legt diese Strecke am besten mit dem Bus zurück, der im Stundentakt bergauf und -ab fährt.

Oberperfuss selbst ist geprägt durch ein sehr weitläufiges Wegenetz, das sich rund um den Dorfkern in alle Richtungen zerstreut. Für die Gemeinde eine große Aufgabe, da sie alle diese Wege betreut. Auch wenn von Durchzugsverkehr in Oberperfuss bei Weitem keine Rede sein kann, ist die Landesstraße doch eine wichtige Verbindung zur Nachbargemeinde Sellrain. Und auch die prachtvolle Panoramastraße nach Stiglreith ist nur über Oberperfuss erreichbar. Diese ist für allem für Wanderer der erste Weg zum Bergglück auf das vielgeliebte Rangger Köpfl.

Eine Lehrerin erklärt einem Mädchen die nächste Aufgabe

Bildung – Von klein auf

„Das höchste Gut und allein nützliche ist die Bildung“, sagte einst der deutsche Philosoph und Schriftsteller Friedrich von Schlegel. Deshalb liegt auch uns dieses Gut sehr am Herzen. Bei uns in Oberperfuss fördern wir bereits die Kleinsten ab 1,5 Jahren in unserer Kinderkrippe. Weiters bietet unsere Gemeinde einen Kindergarten und sogar zwei Volksschulen. Eine davon ist dem berühmtesten Sohn des Dorfes gewidmet. Die Peter-Anich-Volksschule versorgt die Kinder im Dorf mit Wissen und natürlich auch Charakterbildung. Für die Kinder „am Berg“ ist die Volksschule Oberperfuss-Berg zuständig. Den weiteren Bildungsweg können die Kinder unserer Gemeinde in der Mittelschule und in der Polytechnischen Schule in Kematen beschreiten. Andere Möglichkeiten bieten auch das Sonderpädagogische Zentrum in Zirl und die Landesmusikschule Kematen-Völs und Umgebung. Für diese Bildungsstätten ist Oberperfuss anteilsmäßig zuständig.

Marketenderinnen der Musikkapelle Oberperfuss

Kultur & Vereine – Miteinander mehr erleben

Gerne werken die Oberperfer in ihren schönen Gärten und besuchen ihren Hausberg: das Rangger Köpfl. Doch noch viel lieber als grüne Pflänzchen pflegen sie das Miteinander. Und zwar in mittlerweile 50 verschiedenen Vereinen. Brauchtum und Sport bilden dabei die wichtigsten Vereinszwecke. Beim Brauchtum schwankt das Spektrum zwischen Himmel und Hölle. Denn zum einen gibt es da die Krippenschnitzer. Sie haben Oberperfuss zum Krippendorf gemacht und verzaubern alle mit ihren kunstvollen Hauskrippen im Großformat. Und andererseits gibt es die Oberperfer Höllentuifl: schaurige Gesellen, die mit ihren schrecklichen Fratzen vor allem in der kalten Jahreszeit ihr Unwesen treiben. Auch beim Sport hat Oberperfuss viel zu bieten. Ob Schifahren oder Rodeln, Fußball oder Tennis: Die Sportvereine sind in Oberperfuss sehr beliebt und müssen sich kaum Nachwuchssorgen machen.

Für Veranstaltungen können die Vereine den Mehrzwecksaal der Peter-Anich-Volksschule oder das Peter-Anich-Haus nutzen. Für die größeren Vereine gibt es sogar eigene Vereinslokale.

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