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Berühmte Persönlichkeiten

Peter Anich

Peter Anich (* 22. Februar 1723 in Oberperfuss; † 1. September 1766 in Oberperfuss) war Bauer und Kartograf. Bis zu seinem 28. Lebensjahr war er in der Landwirtschaft tätig und bildete sich als Autodidakt weiter, bevor er bei einem Jesuiten und Universitätsprofessor in Innsbruck jeden Sonn– und Feiertag Mathematik, Feldmesskunde und Astronomie studierte. Er fertigte Himmels– und Erdgloben an, die heute u.a. im Tiroler Landesmuseum im Zeughaus ausgestellt sind. Auch vollendete er eine Karte von Südtirol und kartografierte Nordtirol — die Karte Nordtirols war die beste und genaueste, die es damals in Europa gab. Ferner schuf Anich gemeinsam mit Blasius Hueber den 20 Blätter umfassenden Atlas Tyrolensis, dessen Drucklegung 1774 er aber nicht mehr erlebte. Auch die Konstruktion von Sonnenuhren im Raum Innsbruck ist mit seinem Namen verbunden. 1757 hatte er die Konzession für die Herstellung und den Vertrieb von kleinen Globen, Taschen-Sonnenuhren und mathematischen Instrumenten erhalten, mit denen er sich die Anschaffung seiner Bibliothek finanzierte. Neben diesen Leistungen blieb er zeitlebens auch Bauer.Besonders augenfällige und allgemein zugängliche Werke des Peter Anich sind die an den Außenfassaden einiger Pfarrkirchen befindlichen Sonnenuhren. Er war für die technische Weiterentwicklung und Berechnung dieser Zeitmesser verantwortlich. Diese zeigen die wahre Ortszeit und die Datumslinien der Tierkreiszeichen an und sie enthalten ein Mittelband, mit dem die damals wichtigen (Arbeits-)Stunden des lichten Tages ermittelt werden konnten.Bei der Sonnenuhr am Südschiff der Pfarrkiche von Axams aus dem Jahr 1733 könnte es sich um eine frühe Berechnung Anichs handeln. Wie viele der bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts entstandenen Beispiele ist auch diese in Bildfelder unterteilt, in denen von oben nach unten gesehen der Himmel mit der Sonne, die Tierkreiszeichen und in Form einer symbolischen Berglandschaft die Erde dargestellt sind. Ein schwungvoll gefälteltes Band mit römischen Ziffern bildet den Rahmen der Bildfelder.Die Sonnenuhr an der Pfarrkirche seines Heimatortes Oberperfuss ist mit “P.A.” für Peter Anich signiert. Im Vergleich mit der Sonnenuhr an der Pfarrkirche Axams fallen in Bezug auf die Aufteilung der Bildfelder etc. Ähnlichkeiten auf. Dennoch macht das Beispiel aus Oberperfuss in seiner schlichten, schnörkellosen Klarheit deutlich, dass es wohl um 1750 am Übergang zum Klassizismus entstand. Nach ihm sind die Innsbrucker Anichstraße, die Grazer Anichgasse, in Wien-Floridsdorf der Anichweg, die Peter-Anich-Siedlung in Bruneck und die Geometeroberschule in Bozen sowie auch unter anderem die Peter-Anich-Hütte oberhalb von Rietz benannt. Der nördliche Ramolkogel in den Ötztaler Alpen trägt auch seinen Namen, Anichspitze. Außerdem ist das einzige Sonnenobservatorium Südtirols (Sonnenobservatorium Peter Anich) nach ihm benannt.

Blasius Hueber

Blasius Hueber (* 1. Februar 1735 in Oberperfuss; † 4. April 1814 in Inzing), war Landvermesser und Bauer. Trotz geringer Schulbildung gelang es ihm, Landvermesser zu werden. Ab 1765 bearbeitete er mit Peter Anich das 20 Blätter umfassende Kartenwerk von Tirol, welches er im Maßstab 1:103.888 fertigstellte und mit einem Übersichtsplan versah. Es wurde 1774 als Kupferstich publiziert. Von 1771 bis 1774 erstellte er eine Karte von Vorarlberg, die 1783 gedruckt wurde, und danach arbeitete er von 1775 bis 1777 an einer Karte der Landvogtei Ober– und Niederschwaben, welche 1782 gedruckt wurde. In seiner Fertigkeit der Darstellung des Geländes übertraf er Peter Anich.

Franz Weber

Franz Weber (* 1. Juli 1825 in Oberperfuss, † 15. April 1914 in Oberperfuss)war zunächst Mitarbeiter seines Vaters Mathias Weber und trat nach dessen Tod (16. Mai. 1848) die Nachfolge als Leiter der Orgelbauwerkstatt an. Sein erstes gänzlich in eigener Verantwortung erstelltes Instrument war eine kleine Orgel für Mathon im Paznauntal (1848). Im Frühjahr 1852 hielt er sich eine Zeitlang bei Joseph Pröbstl in Füssen auf. Wahrscheinlich wurde er hier erstmals mit Töpfers Orgelbaulehre bekannt. Nach mündlicher Überlieferung soll er längere Zeit in Augsburg geweilt haben. In einem Bericht über die Fertigstellung der 32registrigen Orgel für die Pfarrkirche Bruneck im Pustertal (1855) heißt es, Weber habe von seiner Studienreise nach Deutschland mehrere Neuerungen und technische Verbesserungen mitgebracht.Das Hauptarbeitsgebiet Webers war das Oberinntal mit seinen Nebentälern. Er lieferte aber auch Orgeln ins Außerfern, nach Innsbruck und Umgebung, ins Stubai-, Wipp– und Pustertal und kam bis ins Zillertal, in den Bezirk Lienz, nach Vorarlberg, Salzburg und Oberbayern. In seinem Schaffen spielen — mehr als bei den anderen Tiroler Orgelbauern seiner Zeit — größere zweimanualige Orgeln zahlenmäßig eine besonders wichtige Rolle; einige seiner Instrumente gehörten zu den größten, die im 19. Jahrhundert in Tirol gebaut wurden. In seine Neubauten integrierte er häufig Pfeifen aus den Vorgängerorgeln; gelegentlich übernahm er auch vorhandene Gehäuse (Prutz, Inzing). Wenngleich in technischer Hinsicht Neuerungen gegenüber aufgeschlossen, war Weber in seiner Klangästhetik eher Traditionalist. Erst in seinen Spätwerken mehrten sich die 8′-Register, und der Gesamtklang wurde etwas abgedunkelt. Zeitlebens hielt er — als letzter der Tiroler Orgelbauer des 19. Jahrhunderts — an der Schleiflade fest.Außer seinem Bruder Alois hatte Franz Weber noch weitere Gehilfen. Besonders zu erwähnen ist Franz Paßler, Tischlersohn aus dem Pustertal (geb. 4. Okt. 1831 in Niederwielenbach, gest. 14. April 1909 ebd.), der seit 1857 in der Werkstatt mitarbeitete und 1899 mit der von Kaiser Franz Joseph I. gestifteten Medaille für 40jährige treue Dienste ausgezeichnet wurde. Am 13. Mai 1889 brannte Webers Anwesen ab, wobei auch eine Orgel für das Sieberersche Waisenhaus in Innsbruck und eine weitere für Graubünden zerstört wurde. Trotzdem entstanden bis zum Jahre 1900 noch einige Instrumente. Mit Reparaturen und Stimmungen war Weber auch noch nach der Jahrhundertwende beschäftigt.

Weitere Berühmte Persönlichkeiten:

Auch Magnus Hueber (Vermesser), Johann Nepomuk Hueber (Maler) und Andreas Hueber (Baumeister) waren weitum bekannt. In Gfas, dem höchstgelegenen Hof in Oberperfuss, wurde der nachmalige Brixener Fürstbischof Vinzenz Gasser 1809 geboren.Die beiden Brüder Pankraz und Peter Haider zeichneten sich durch besondere Tapferkeit in den Freiheitskriegen aus. Der Lehrer Ernst Spiegl (1906–1945) galt als begabter Künstler, Felix Kuen (1936–1974) als einer der weltbesten Bergsteiger seiner Zeit. Anton Niederkircher (1887–1932) und seine Frau Anna Niederkircher, geb. Gassler (1895–1968) sowie Josef Anich (1879–1956) erwarben sich bleibende Verdienste als Pioniere des Tourismus und der Bauwirtschaft in unserer Gemeinde.