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Partnergemeinde Karneid

Wie die Partnerschaft entstanden ist oder „Ein Kartograph als Begründer“

Die Unrechtsgrenze nach dem ersten Weltkrieg, die 1919 im Friedensvertrag von St. Germain an Österreich durch die Abtrennung Südtirols vom übrigen Tirol aufdiktiert wurde, brachte den Landsleuten südlich des Brenners, einmal während den 21 Jahren faschistischer Unterdrückung, dann durch die Option, wo rund 70.000 Südtiroler in Folge des Hitler-Mussolini-Abkommens ihre Heimat verlassen mussten sowie durch die Besetzung des Landes durch die deutschen Truppen vom September 1943 bis zum Ende des 2. Weltkrieges im Mai 1945 großes Leid.Das neue Kulturhaus von Steinegg, einer Fraktion der Gemeinde Karneid, mit dessen Bau 1972 begonnen wurde, sollte gemäß dem Wunsch der Bevölkerung den Namen des großen Kartographen Peter Anich aus Oberperfuss erhalten. Anich sollte im Auftrag von Kaiserin Maria Theresia eine Karte von Tirol schaffen. Bei der Vermessung des Südtiroler Unterlandes, das damals stark versumpft war, erkrankte er an Malaria. Auf Anraten seines Arztes verbrachte er 1765 einen Genesungsurlaub in Steinegg. Doch er gesundete nicht mehr von der todbringenden Krankheit und konnte das Erscheinen seiner modernen, hervorragenden Tirolkarte 1774 leider nicht mehr erleben.Erneut erhofften die Südtiroler 1945 den Wiederanschluss an Österreich. Leider wurden ihre Hoffnungen durch das Gruber-Degasperi Abkommen in Paris am 6. September 1946 wiederum bitter enttäuscht. Südtirol wurde neuerdings Italien zugesprochen. Eine weitgehende Autonomie, die im Pariser Vertrag festgeschrieben war, blieb äußerst beschränkt; die Italianisierungspolitik, eingeleitet von den faschistischen Machthabern wurde vom demokratischen Italien zügig weitergeführt.Nach den Bombenanschlägen Anfang der sechziger Jahre brachte Österreich das Südtirolproblem vor die UNO. Erst zehn Jahre später wurde das neue Autonomiestatut erlassen. Dieses brachte dem Land allmählich eine Reihe neuer Kompetenzen, die wesentliche Interessen der deutschen und ladinischen Bevölkerung schützen und das Leben im eigenen Land in sehr vielen Bereichen nach eigenen Vorstellungen ermöglichen.Aber der Selbstbestimmungedanke in Südtirol ist gottlob nie erloschen. Der Wunsch an den Wiederanschluss an das Vaterland Österreich, die Wiedervereinigung Tirols blieb stets lebendig. Doch durch die jahrzehntelange Trennung der drei Landesteile war eine gewisse Entfremdung der Bevölkerung unausweichlich. Deshalb regten die Politiker bereits Ende der fünfziger Jahre eine Vertiefung der Kontakte an der Basis durch die Bildung von Partnergemeinden an.Auch die Gemeinde Karneid war bestrebt, eine solche Partnerschaft einzugehen. Dazu bedurfte es einer geeigneten Partnergemeinde, möglichst in Nordtirol, die größenmäßig und wirtschaftlich sowie im kulturellen und sozialen Bereich der eigenen Gemeinde ähnlich war. Im Auftrag des Kulturhausvereins nahm dessen Obmann Hans Mahlknecht mit dem Bürgermeister von Oberperfuss schriftlichen Kontakt auf und trug ihm das Anliegen vor. Die Antwort aus Oberperfuss war positiv.Am 26. April 1973 begab sich eine Delegation unter Hans Mahlknecht nach Oberperfuss. Sie wurde vom Bürgermeister Franz Wegscheider freundlich empfangen. Nach einem regen Gedankenaustausch und der Besichtigung des Peter Anich Museums begab sich die Gesellschaft ins Hotel Krone, wo sie vom Bürgermeister zum Mittagessen eingeladen war. Es entwickelte sich eine aufschlussreiche Diskussion. Zur Freude aller überbrachte Bürgermeister Franz Wegscheider die Mitteilung, dass der Gemeinderat die Taufe des Kulturhauses von Steinegg mit „Peter Anich Haus“ einstimmig gut geheißen hat. Er nahm auch die Einladung zur Teilnahme an der Einweihungsfeier am 29. September 1974 mit sichtlicher Freude an. Die Gemeinde Oberperfuss stiftete dem neuen Vereinshaus ein Gemälde von Peter Anich, das bei der Eröffnung enthüllt wurde.10 Jahre später, am 30. April 1983 versammelten sich in Brixen die Landeshauptleute von Nord- und Südtirol, die höchsten kirchlichen und weltlichen Würdenträger sowie die Bürgermeister aller drei Landesteile, rund 500 Persönlichkeiten, um den Geist des Tiroler Gedenkjahres „175 Jahre Freiheitskampf“ gewissermaßen wieder ins Leben zu rufen. Dabei sollte das Treffen aller Gemeinden den Willen bekräftigen, dieses Jahr der Besinnung zu einer gemeinsamen Sache aller Tiroler zu machen. Es sollte das Zusammengehörigkeitsgefühl der Gemeinden Tirols aufgefrischt und durch gemeinsame Aktionen bekräftigt werden. Die Bürgermeister von Oberperfuss und Karneid nahmen an dieser eindrucksvollen Tagung ebenfalls teil. Aufgrund ihrer Anregungen beschlossen die Räte beider Gemeinden im Tiroler Gedenkjahr eine Reihe gemeinsamer Initiativen zu ergreifen, um die partnerschaftlichen Beziehungen weiter auszubauen.Am 27. Mai 1984 besiegelten die beiden Gemeinden in einer würdigen Festveranstaltung in Oberperfuss offiziell ihre Partnerschaft. Durch das unermüdliche Bemühen der beiden Bürgermeister Hans Mahlknecht und Franz Wegscheider sowie durch die vielen Initiativen der Vereine und Institutionen entwickelte sich in den 25 Jahren eine wohl einmalige Partnerschaft zweier Gemeinden der beiden Tiroler Landesteile.

Hans Mahlknecht, Anton Simon

Das Gemeindegebiet
Das Gemeindegebiet von Karneid grenzt an die Stadt Bozen im Westen und liegt in der Mitte des Rosengarten-Latemar-Gebirgszuges. Begrenzt wird es von der eindrucksvollen Schlucht des Eggentales im Südwesten, vom Eisack- und vom Tierser Tal im Nordosten und im Südosten grenzt es an die Gemeinde Welschnofen. Von der Talsohle des Eisacks steigen die Fluren über den Karneiderberg mit den fruchtbaren Weinbergen hinauf zu einem sonnenreichen Mittelgebirge, auf dem die Dörfer, von Wäldern und sattgrünen Wiesen umgeben, verstreut sind. Die Landschaft ist sehr abwechslungsreich. Sie wird von tiefen Schluchten, steilen Hanglagen, bewaldeten Hügeln geprägt, unterbrochen von Rinnsalen und Bächen und von sehenswerten geologischen Naturdenkmälern wie den Erdpyramiden von Steinegg und Gummer. Die Gemeinde Karneid, mit einer Ausdehnung von 40,93 km2 und rund 3000 Einwohnern umfasst die Orte Steinegg, Gummer, Karneid, Kardaun, Blumau und Breien sowie eine Reihe von Weilern. Das Wappen der Gemeinde stellt eine eingebuchtete silberne Pfeilspitze auf blauem Schild dar. Es ist das Wappen der Grafen von Liechtenstein.

Geschichte
Durch verschieden Funde ist zweifelsfrei nachgewiesen, dass das Gemeindegebiet bereits in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt war. Durch Ausgrabungen und Funde wurden mehrere Wallburgen nachgewiesen: in Steinegg der „Tschatscher“ und der „Pstoßer Bühl“, „Lantschner Köfele“ und „Streitmooser Köpfl“, in Karneid der „Kolmbühl“, in Blumau der „Gallbühl“ und in Breien das „Gschlier-Egg“. Der Fund von Torggelsteinen und Handmahlsteinen, die nachweislich über 2000 Jahre alt sind, weisen ebenso wie ein Weihestein – ein Meilenstein und römische Namen auf deren Besiedelung hin. Erst im siebten Jahrhundert germanisierten die Bajuwaren den gesamten tirolischen Raum.Bereits 1298 wird „Gozelin, Richter zu Steinecke“ erwähnt. Damals bestand ein eigenes Gericht mit Sitz auf Schloß Steinegg, zu dem auch Welschnofen gehörte. Inhaber des Gerichtes waren die Herren von Völs. Das Gericht unterstand der Landeshoheit der Grafen von Tirol. 1366 erhielten die Herren von Niederthor und Botsch die Burgen Steinegg und Karneid mit ihren Gerichten. Von 1385 bis 1764 besaßen die Liechtensteiner die Gerichte.Im 16. Jahrhundert setzte sich dann endgültig die Benennung „Gericht Karneid“ duch. Nach dem Aussterben der Lichtensteiner wurde das Gericht Karneid 1894 zu dem auch Welschnofen gehörte, vom Bezirksgericht Bozen übernommen. 1854 entstand die politische Gemeinde Karneid. Welschnofen schied 1870 aus und bildet seither eine selbständige Gemeinde.

Blumau
Blumau mit rund 440 Einwohnern (Stand 2009), Meereshöhe 315 m, liegt zwischen Eisack und Tierser Bach, eingeengt. Es ist als Verkehrsknotenpunkt von Bedeutung.Blumau wird 1381 als „Plamau“ erstmals urkundlich erwähnt. Der Name wird mit dem Eisacktaler Dialektwort „Plumme“ erklärt, was soviel wie Holzstoß bedeutet. 1390 wird eine „Prukken ze Plamau“, die vom rechten auf das linke Ufer des Eisacks geführt hat, erwähnt. Ab Blumau war der Eisack schiffbar. Blumau erhielt erst 1833 eine eigene Seelsorge. Die aus dem Ende des 17. Jahrhunderts stammende St. Sebastian Kapelle wurde beim Bau der Brennerbahn 1867 abgerissen. Vorher schon wurde das Gasthaus „Zum kalten Keller“ zur heutigen Kirche umgebaut. Seit 1841 besteht der Friedhof. Zur Pfarre wurde Blumau 1969 erhoben.

Kardaun
Sitz der Gemeinde seit 1933, liegt am Eingang des Eggentales „Seehöhe“ 290 m, rund 482 Einwohner (Stand 2009). Der Name Kardaun kommt erstmals 788 als „Gurduna“ in einer Urkunde vor. Er stammt aus römischer Zeit und ist aus „corda – onu“ zu erklären, was strickförmiger Bachlauf heißt. In Kardaun, Drehscheibe in verkehrsgünstiger Lage, sind mehrere bedeutende Industrie- und Gewerbebetriebe entstanden. Ebenso gibt es hier noch einige alte, schöne Weinbauernhöfe. Bis vor den Zweiten Weltkrieg war Kardaun ein äußerst wichtiger Unschlagplatz für die Holzwirtschaft. Dort wurde Holz von sechs Sägewerken verarbeitet. Von diesen hat ein einziges überlebt.Eine, 1955 entdeckte Urkunde sowie eine Münze mit der eingeprägten Jahreszahl 1312, die ebenfalls hier gefunden wurde, beweisen, dass der legendäre Kuntersweg, die erste Straße durch die Eissackschlucht zwischen Bozen und Waidbruck, in Kardaun, an der ehemaligen Feigenbrücke, begonnen hat.Hier beginnt auch die wildromantische Schlucht des Eggentales, die 1861 durch eine Straße erschlossen wurde. Sie führt hinein ins Herz der Dolomiten.Die Pfarrkirche um 1700 erbaut, wurde 1944 durch Bomben so stark beschädigt, dass man beschloss, eine neue zu bauen. Die alte Kirche wurde renoviert und findet heute als Totenkapelle Verwendung.Die Pläne für die neue Kirche schuf Architekt Erich Pattis. Sie wurde 1968 fertiggestellt. Das Fassadenfresko von Joh. B. Oberkofler zeigt den hl. Wolfgang. Auf dem Marmorhochaltar ist das Gnadenbild „Maira Hilf“.

Karneid
Karneid (rund 521 Einwohner (Stand 2009)) hat ebenso wie die Gemeinde vom Schloß Karneid den Namen erhalten. Der Name wird in einer Urkunde als „Curneit“ 1237 erstmals erwähnt. Er leitet sich aus dem Lateinischen „cornu-etu“ her, das heißt, Gelände mit hornartiger Erhebung. Den wirtschaftlichen Aufschwung brachte die Straße. Sie führt von Kardaun durch Weingärten und Kastanienhaine oberhalb der Burg vorbei, berührt den Dorfkern mit der Kirche und führt dann weiter hinauf zur neuen Siedlung St. Veit und von dort aus nach Oberkarneid und Gummer. Wegen der günstigen Höhenlage gedeiht hier ein guter Wein, der die Qualitätsbezeichnung St. Magdalener trägt, sowie ausgezeichnetes Obst.Der Karneider Berg ist in geschichtlicher Hinsicht interessant. Beredte Zeugnisse für die frühgeschichtliche Besiedlung geben heute noch die beiden Wallburgen Kolmbühl und Brunnerwand. Der Weiler Eggenbach im Eggental entstand nach dem Bau der Eggentaler Straße im Jahre 1861 und erlebte infolge des intensiven Holzhandels und –transportes schon bald eine Blütezeit. Kirchlich gehört Eggenbach zur Fraktion Karneid. Die Kirche zum Heiligen Veit ist in ihrer Bauart einzigartig. Die Kuratie Karneid wurde 1747 errichtet. Doch wird eine Kirche schon um 1375 erwähnt. Der Turm stammt aus dem 13. Jahrundert.Das Innere der Kirche wurde 1869 neugotisch restauriert und im Jahre 1882 vom akad. Maler Rabensteiner von Klausen neu ausgemalt.Beachtenswert sind die schönen Grabkreuze aus Schmiedeeisen auf dem Friedhof, die teilweise noch aus dem 18. Jahrhundert stammen. Der Friedhof wurde 1995 erweitert und umgestaltet.Die Burg Karneid, gehört zu den schönsten und besterhaltenen Burgen des Landes. Sie liegt auf einem nach zwei steil zur Eggentaler Schlucht abfallenden, schon zur älteren Bronzezeit besiedelten Hügel. Sie macht den Anschein einer trotzigen, uneinnehmbaren Festung. Auf den zwei anderen Seiten ist die Burg zugänglich. Sie blickt erhaben hinab in den Bozener Talkessel und weit hinaus ins Etschtal.Auf dieser Burg spielte sich Geschichte ab. Oswald von Wolkenstein trug hier im 15. Jahrhundert seine Lieder vor, Albrecht von Dürer zeichnete seine Skizzen, J. W. Goethe soll auf seiner Italienreise Rast gemacht haben, Andreas Hofer war hier zu Gast und Defregger feierte dort seinen 70. Gebrutstag.1884 erwarb die Burg Ferdinand von Miller, der Gründer des Deutschen Museums in München. Er ließ die Burg wieder in ihrer alten Schönheit erstehen. Heute befindet sich die Burg im Besitz seines Enkels, Christoph von Malaise.

Steinegg
Ist mit rund 1306 Einwohnern (Stand 2009) die größte Fraktion der Gemeinde. Sie liegt in 823 m ü.d.M., mit Blick zum Rosengarten auf einem massiven Felsrücken, der gegen Südwesten teilweise bis zu 100 m steil abfällt.Die Ortsteile sind Unterdorf, Oberdorf, Mitterstrich, Hintertal, Inner- und Außerriedl. Die Bauern leben vorwiegend von der Wald- und Viehwirtschaft. Einen entscheidenden wirtschaftlichen Aufschwung brachte die 1969 erbaute Straße. Sie ist 5 km lang und überwindet in 15 Serpentinen rund 500 Höhenmeter. Sie führt über Gummer nach Welschnofen und stelllt somit eine wichtige Verbindung zum Rosengartengebiet dar.Einer der Gründe für den Aufwärtstrend der letzten Jahrzehnte ist der Fremdenverkehr. Mit der Gründung des Tourismusvereins 1962 wurde der Grundstein zu dessen Entwicklung gelegt. Neue Beherbergungsbetriebe schossen aus dem Boden, die bestehenden wurden erweitert und qualitativ den ständig wachsenden Bedürfnissen angepasst.Urkundlich erwähnt wurde der Ort zum erstenmal in Jahre 1227. Die Besiedlung erfolgte aber schon in früheren Jahrhunderten. Funde und Ausgrabungen weisen auf menschliche Spuren schon vor Christi Geburt hin. Besondere Erwähnung finden hier die außergewöhlich gut erhaltenen und über mehr als 2000 Jahre alten Handmahlsteine.Die Besiedlung durch die Römer lässt sich durch viele Funde aus dieser Zeit nachweisen. Nach der Gründung der politischen Gemeinde Karneid im Jahre 1854 wurde deren Sitz in Steinegg errichtet. 1933 verlegten ihn die Faschisten nach Kardain, wo er heute noch ist.Eine Urkunde aus dem Jahre 1322 belegt das Bestehen eines romanischen Kirchenbaues. Das spitzförmige Hauptportal mit schönem, sternförmigem Gewölbe stammt aus de ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Die Pfarre Steinegg ist seit 1811 selbständig.Das rasante Anwachsen der Bevölkerung machte den Bau einer neuen Kirche notwendig. 1984 erfolgte die Grundsteinlegung, ein Jahr später die Firstfeier und 1986 die Weihe der neuen Kirche durch Bischof Wilhelm Egger.Die barocken Kirchenpatrone rechts und links des Altares und die lebensgroße Weihnachtskrippe über dem Altar stammen vom Steinegger Bildhauer Mathias Resch, die Kirchenfenster von der Innsbrucker Glasmalerei. Darin sind die Patrone der verschiedenen Berufsschichten dargestellt. Die Orgel kommt aus der Werkstatt des Orgelbauers Johann Pirchner aus Steinach.Der Bau einer Auferstehungskapelle und des Heimatmuseums unter der neuen Kirche, wurde durch die Errichtung einer 16 Meter hohen Poryphyrmauer, hinter der ein gewaltiger Hohlraum entstand, begünstigt.Über die Auferstehungskapelle entstanden insgesamt 700 m2 große Räume. Hier wurde das Heimatmuseum eingerichtet. In diesen wird 2000 Jahre Geschichte der Gemeinde dem Besucher vor Augen geführt.

Gummer
Gummer ist mit seinen rund 551 Einwohnern (Stand 2009) die zweitgrößte Fraktion der Gemeinde. Das idyllische, inmitten eines dichten Waldes auf einer Meereshöhe von 1117 Metern gelegene Bergdorf, bietet einen wunderbaren Blick ins Eggental und auf den Latmar.Der Dorfkern ist klein. Die schönen und ausgedehnten Höfe befinden sich im Ortsteil Obergummer, ein Hochplateau auf rund 1350 m. u.d.M. Durch die rege Bautätigkeit ist in den letzten Jahren auf einem Südhang oberhalb des Dorfes eine neue Siedlung entstanden.Der Name Gummer, der 1141 erstmals urkundlich erwähnt wurde, soll vom keltischen Wort „comboros“, was Geröll bedeutet, abgeleitet worden sein.Um 1191 schenkte Heinrich von Völs während des dritten Kreuzzuges ins Heilige Land, dem Stift Neustift ein Gut in Gummer und zwar den größten, stattlichen Kardauner Hof am Fuße des Gummerer Kirchhügels. Er reicht hinunter bis zum Eggentaler Bach.Die Besiedlung des Gebietes um Obergummer erfolgte aber schon viel früher. Durch Funde konnte auch hier die Existenz der Römer nachgewiesen werden. Im Frühjahr 1971 wurde bei der Trockenlegung eines Moorfeldes ein dem Gott Saturnus geweihter Votivstein, eine sogenannte „Ara“ gefunden.Die urkundliche Erwähnung der Kirche in Gummer reicht in das 14. Jahrhundert zurück. Das Patronatsrecht über die Kirche hatte das Kloster Neustift bis zum Jahre 1793. 1921 wurde Gummer zur Pfarre erhoben.Die Kirche zum hl. Valentin ist ein einschiffiger Bau, vermutlich in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts erbaut. 1952 wurde die Kirche renoviert. Die schönen Glasfenster stammen von Josef Widmoser aus dem Jahre 1952, die Deckengemälde von Rudolf Stolz. 1990 wurde die Kirche erweitert. 1995 erhielt der 42 m hohe und im 16 Jhd. Erbaute Turm ein neues Schindeldach.

Breien
Breien wurde 1986 zur Fraktion erhoben. Der Ort (rund 48 Einwohner (Stand 2009) liegt am Breibach, der uralten Grenze zwischen den ehemaligen Grafschaften Norital und Bozen, an der alten, noch befahrenen Straße zwischen Blumau und Tiers.

Wirtschaft und Soziales
Landwirtschaft, Handwerk, Industrie und Fremdenverkehr sind die bestimmenden Wirtschaftszweige. Die geographische unterschiedliche Lage der Fraktionen bewirkt eine unterschiedliche Entwicklung. In Blumau und Kardaun blühen Handel, Handwerk, Industrie und Fremdenverkehr. Eine große Bedeutung, hat der Obst- und Weinbau in den Hanglagen.In Steinegg und Gummer blieb die Landwirtschaft über Jahrhunderte bestimmend. Seit dem Zweiten Weltkrieg verzeichnet sie einen steten Rückgang, während das Handwerk einen enormen Aufschwung erlebt. Die Waldwirtschaft spielt nach wie vor eine bedeutende Rolle. Dasselbe gilt für den Fremdenverkehr.In den letzten Jahrzehnten haben viele in der Landwirtschaft Beschäftigte Arbeit in neugegründeten Handwerks- und in Dienstleistungsbetrieben gefunden.

Das Schul- und Kindergartenwesen
Es gibt eine Hauptschule mit Sitz in Blumau. In den Fraktionen Blumau, Gummer, Kardaun, Karneid und Steinegg gibt es jeweils eine Volksschule. In den Fraktionen Blumau, Gummer, Kardaun und Steinegg befindet sich je ein Kindergarten.